Champions League: Paris Saint-Germain verteidigt Titel nach Elfmeterkrimi gegen Arsenal
Budapest – Paris Saint-Germain hat seinen Titel in der UEFA Champions League verteidigt. Der französische Meister setzte sich am Samstag im Endspiel in der ungarischen Hauptstadt Budapest gegen den englischen Vertreter Arsenal London mit 4:3 im Elfmeterschießen durch.
Nach Verlängerung hatte es in der ausverkauften Puskás Aréna 1:1 gestanden. Kai Havertz brachte Arsenal in der sechsten Minute in Führung, Ousmane Dembélé glich für Paris per Strafstoß aus (65.). Damit ist PSG der erste französische Klub, der den Pokal der Landesmeister zwei Mal in Folge gewinnen konnte.
Paris mit Offensivgewalt, Arsenal mit Defensivballwerk
Paris Saint-Germain stellt mit 45 Treffern die gefährlichste Offensive des Wettbewerbs. Arsenal hingegen ging als bestes Defensivteam ins Finale – die Londoner kassierten auf ihrem ungeschlagenen Weg ins Endspiel lediglich sieben Gegentore. Geleitet wurde die Partei vom deutschen Schiedsrichter Daniel Siebert.
Die Aufstellungen:
Arsenal: David Raya – Christian Mosquera, William Saliba, Gabriel Magalhães, Piero Hincapié – Declan Rice, Myles Lewis-Skelly – Bukayo Saka, Martin Ødegaard, Leandro Trossard – Kai Havertz.
Eingewechselt: Timber, Gyökeres, Martinelli, Madueke, Zubimendi, Eze.
Paris Saint-Germain: Matvei Safonov – Achraf Hakimi, Marquinhos, Willian Pacho, Nuno Mendes – João Neves, Vitinha, Fabián Ruiz – Désiré Doué, Chvicha Kvaratskhelia, Ousmane Dembélé.
Eingewechselt: Barcola, Ramos, Zaïre-Emery, Beraldo, Zabarnyi.
Premiere und Historie
Es war das erste Aufeinandertreffen zweier Klubs aus Frankreich und England in einem europäischen Endspiel auf Vereinsebene. Außerdem ist es das erste Finale in der Geschichte des Wettbewerbs, in dem zwei Mannschaften aus unterschiedlichen Hauptstädten aufeinandertrafen – nach Benfica Lissabon gegen Real Madrid (1962), Real Madrid gegen Partizan Belgrad (1966) und Ajax Amsterdam gegen Panathinaikos Athen (1971).
Erstmals standen sich im Finale zwei Trainer derselben Nationalität gegenüber, die aber nicht ihre jeweilige Heimatmannschaft coachten.
PSG ist der erste französische Klub, der drei Mal das Endspiel des Landesmeisterwettbewerbs erreichte, und der erste, der in zwei aufeinanderfolgenden Finals stand. In der Vorsaison war Paris erst der zweite französische Sieger nach Olympique Marseille (1993). In dieser Spielzeit erreichte PSG erstmals seit Real Madrid (2017/2018) wieder einen Titelverteidiger das Endspiel.
Von drei Champions-League-Finals gewann PSG zwei (im Vorjahr 5:0 gegen Inter Mailand) und verlor eines (2020 gegen Bayern München).
Luis Enrique schreibt Geschichte
Luis Enrique ist der erste spanische Trainer seit José Villalonga (Real Madrid, 1956/1957), der in Folge zwei Titel gewinnen konnte. Insgesamt ist es sein dritter Champions-League-Sieg als Trainer (nach 2015 mit Barcelona). Nur fünf Trainer haben mehr als zwei Titel vorzuweisen: Carlo Ancelotti (5), Bob Paisley, Zinédine Zidane, Pep Guardiola und nun erneut Luis Enrique (je 3).
Seit seiner Ankunft 2023 hat Enrique das Team von Grund auf aufgebaut und eine disziplinierte, engagierte und beeindruckende Mannschaft geformt – mit dem erklärten Ziel, die Königsklasse zu gewinnen.
„Ein neuer Stern leuchtet über Paris“
Ein überglücklicher Kapitän Marquinhos sagte bei Canal Plus: „Es sind besondere Gefühle. Vom ersten Tag an hat der Trainer gesagt: Es ist schwer zu gewinnen, aber noch viel schwerer, zwei Mal zu gewinnen. Heute war unsere Bank komplett. Die eingewechselten Spieler haben ihre Spuren im Geist dieser Mannschaft hinterlassen. Wir haben Gonzalo (Ramos) und Beraldo gesehen, die ihre Pflicht erfüllt und Elfmeter verwandelt haben.“ Marquinhos richtete einen Appell an die Fans in Paris: „Danke an alle. Feiert, aber mit Maß und ohne Chaos!“
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gratulierte auf der Plattform X: „Ein neuer Stern leuchtet über Paris! Glückwunsch an Paris Saint-Germain, der ganz Europa begeistert. Frankreich ist stolz.“